die bürgschaft

ein stück von lothar kittstein. die produktion des theater bremen hatte am 17/11/2011 im brauhauskeller premiere.

fotos: jörg landsberg

„gute unterhaltung mit einer delikaten prise erkenntnis“nachtkritik
„intensives schauspieler-theater“ – weser kurier
„feinstes theater. dichtes, fantastisches spiel“ – bild
„kurzweilig und zugleich beklemmend“ – weser report
„wunderbar schnörkellos“ – kreiszeitung

„das ist mein vorschlag. wir könnten einfach – freunde sein! warum nicht?“

gerd – martin baum
thomas u.a. – siegfried w. maschek
anja u.a. – eva gosciejewicz

regie – konradin kunze
ausstattung – christa beland
video – jürgen salzmann
dramaturgie – marcel klett

pressestimmen:
„der brauhauskeller, die kleinste spielstätte des theaters bremen, ist immer wieder gut für tolles schauspieler-theater. nun hat konradin kunze lothar kittsteins ‚bürgschaft‘ dort inszeniert (…). das kleine ensemble bringt das wunderbar auf die bühne. martin baum ist ein ergreifend vertrottelter, aber in letzter konsequenz mörderischer spießbürger. siegfried w. maschek spielt die figur des nur scheinbar skrupellosen gangsters thomas in all ihren schattierungen, von jovial bis gnadenlos und schließlich überraschend menschelnd, virtuos aus, und eva gosciejewicz hat man in bremen selten so gut gesehen wie hier, als frustrierte hausfrau, die sich nach ein bisschen abenteuer sehnt, aber über leichen geht, um ihr offensichtlich reichlich brüchiges familienidyll zu retten. kunzes inszenierung ist ganz auf die schauspieler zugeschnitten. ein paar stühle, ein paar perücken, ein wasserspender, ein bisschen kunstblut und eine schusswaffe – mehr ist da nicht. wobei, da war doch noch was. im hintergrund sind dezent videoprojektionen zu sehen, vom schlafenden kind, vom soldatensohn. und am schluss, eine ausgesprochen hübsche idee, geht im schwarzweiß die kleinfamilie mitsamt kind ab – und mittendrin thomas, der ja eigentlich diese familie erst gestiftet hat. das wäre eine patchwork-familie, gegründet auf freundschaft, wie schiller das vielleicht gern gehabt hätte. während der echte, der bühnen-thomas in seinem blut verendet.
schillers vorlage wird am ende ganz buchstäblich grundlage: rollt von hinten im bühnenraum nach ganz vorn bis unter die füße des publikums. so trampelt schließlich das ganze theater auf dem ehrwürdig-idealistischen text herum. und so ist hier schließlich seltenes vollbracht: gute unterhaltung, vereint mit einer delikaten prise erkenntnis.“
nachtkritik

„auf der grundlage von schillers ‚bürgschaft‘ hat das theater bremen eine spannende aufführung entwickelt. (…) lothar kittstein schrieb den klassiker zu einem stück unserer tage um. unter der regie von konradin kunze entstand intensives schauspieler-theater, wie man es hier selten sieht. (…) schiller ist der dramaturg dieser handlung, was wir sehen, ist aber heutig. es gleicht einer schlacht, wie sich die schauspieler bis zum ende vorarbeiten. (…) hier ist kein platz für schillers versöhnliches ideal. das markiert ein verstörendes ende, das all die großartigen spiel-szenen, die zuvor zu sehen waren, bitter umhüllen. falsch ist trotz des dunklen schlusses nichts in dieser aufführung.“
weser kurier

„dank der überzeugenden leistung der drei akteure sahen die zuschauer in der inszenierung von regisseur konradin kunze (…) bereits nach kurzer zeit in menschliche abgründe, in denen dennoch raum für humor blieb. kurzweilig und zugleich beklemmend – diese mischung kommentierte das premierenpublikum mit lang anhaltendem applaus.“
weser report

„feinstes theater im brauhauskeller. was das bremer theater in dem kleinen kellerraum da an dichtem, fantastischem Spiel zeigt, hat man lange nicht gesehen. regisseur konradin kunze lässt die drei höchst überzeugenden darsteller ein wunderbares geflecht an beziehungen und gefühlen entfalten. mit wortwitz und brutaler situationskomik erzählt er die mörderische geschichte.“
bild

„konradin kunze (inszeniert) dieses stück wunderbar schnörkellos, was seine schauspieler dankbar annehmen. großartig ist etwa, wie martin baum in seiner figur die innere rastlosigkeit mit dem äußeren zwang zur gelassenheit verbindet. eindrucksvoll auch eva gosciejewicz als vordergründig naives, in wahrheit aber ausgekochtes ding. und siegfried w. maschek schließlich überzeugt als dubioser geschäftsmann aus der unterwelt.“
kreiszeitung

„zu dionys dem tyrannen…“, so beginnt friedrich schillers ballade, deren figurenkonstellation alles für ein packendes drama oder sogar für einen abenteuerfilm beinhaltet. zwei treue freunde, ein böser widersacher, eine unlösbare aufgabe und ein happy-end. der autor lothar kittstein übersetzt diese konstellation in seinem theaterstück ins heute. die freunde werden zu einem ehepaar, der tyrann zu einem verbrecher, der kommt, um schulden einzutreiben. gerd, der ehemann, hat 12 stunden zeit, um 85.000 euro zusammenzubekommen, sonst stirbt seine frau anja. er macht sich auf den weg in die nacht… derweil kommen sich anja und der kriminelle, thomas, näher. lothar kittstein hat einen modernen thriller geschrieben, in dem liebe und treue sich durchsetzen müssen, aber gewalt und gier scheinen immer die oberhand zu behalten.

nachtkritik
kritik weser kurier
kritik bild
kritik kreiszeitung
kritik weser report
theater bremen

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