schädel x

mit schädel x untersucht flinn works die sensible thematik deutscher schädelsammlungen aus der kolonialzeit. zwei biografische geschichten kreisen um einen schädel. mit (medizin-)historischen objekten und dokumenten verbinden sie sich zu einer skurrilen irrfahrt zwischen wissenschaft, politik und theater. premiere am 04/05/2016 sophiensaele berlin.

fotos: alexander barta

„athmosphärisch dichter doku-krimi mit durchaus komischen momenten“ – dradio kultur
„the soothing melodies of schädel x are inseparable from the tumult around it, embodied by both the intricate, irretrievable context of its acquisition and the resounding significance of its repatriation. despite its leading white-male narrator, schädel x passes on postcolonial pleas for indemnity and atonement that should be heard at last. after an hour of thrilling investigation, we still don’t know where the skull comes from. at least, its deathlike aesthetic has now become familiar, human.“ – potsdam postcolonial

recherche, text, performance – konradin kunze
regie – sophia stepf
sound – andi otto
video – jürgen salzmann
technik – marcello lussana
produktion – anna wille (ehrliche arbeit – freies kulturbüro)

in den kellern deutscher universitäten und museen lagern tausende schädel aus aller welt, oft aus den ehemaligen kolonien. zum überwiegenden teil entstammen diese schädel einem unrechtskontext, sie wurden ausgegraben oder von den leichen hingerichteter „aufständischer“ abgetrennt und als trophäe nach deutschland verschickt. in anthropologischen instituten betrieben wissenschaftler forschung an diesen schädeln zur untermauerung der rassenlehre. berlin wurde mit rudolf virchow und felix von luschan zum zentrum der schädelsammler. 100 jahre später mehren sich forderungen nach einer würdevollen behandlung und restitution dieser schädel an die nachfahren. zögerlich beginnen universitäten und museen mit der aufarbeitung dieses dunklen kapitels ihrer geschichte. die erste offizielle rückgabe von herero- und nama-schädeln an namibia entwickelt sich zum diplomatischen desaster. die provenienzforschung gestaltet sich schwierig. in den wenigsten fällen können die schädel einem individuum zugeordnet werden. und es stellt sich die frage, ob bei einer wissenschaftlichen untersuchung zur herkunft der menschlichen überreste diese nicht erneut entwürdigt werden.

ein schädel bildet das zentrum der lecture performance. zwei biografische geschichten kreisen um ihn. sie führen von tansania und deutschland über archive, konsulate, schlachtfelder und labore durch die deutsche kolonialgeschichte ins innerste des eigenen schädels. mit (medizin-)historischen dokumenten und o-tönen verbinden sie sich zu einer skurrilen irrfahrt zwischen wissenschaft, politik und theater.
trigger warnung: die performance enthält rassistische texte aus der kolonialzeit und reproduziert rassistische wissenschaftspraktiken.

eine flinn works produktion in koproduktion mit sophiensaele berlin. gefördert aus mitteln des regierenden bürgermeisters von berlin – senatskanzlei – kulturelle angelegenheiten, des fonds darstellende künste e.v., des hessischen ministeriums für wissenschaft und kunst und des kulturamts der stadt kassel

sophiensaele berlin: 04-07/05/2016 20 h
museum für sepulkralkultur kassel: 27-28/05/2016 21 h

dradio kultur

potsdam postkolonial

kulturradio rbb

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