KOSA LA VITA – KRIEGSVERBRECHEN

dokumentarisches musiktheater von flinn works und quartett plus1. premiere am 14/09/2018 sophiensæle berlin. vorstellungen am theater bremen, staatstheater kassel, theaterhaus hildesheim.

foto: alexander barta

„so gelingt, was man kaum für machbar hält: die vertonung von massakern. es entsteht ein gewaltiger assoziationsraum.“ – theater der zeit
„beeindruckende lösungen. herausragend.“taz
„verweigert sich leichtfertiger positionierungen. formal stringent und in seiner unerbittlichkeit eindrücklich.“kreiszeitung

„wir werden die gerichtsprozesse, falls es dazu kommen sollte, gewinnen. gott hat uns bis jetzt beschützt!“

konzept und künstlerische leitung: flinn works & quartett plus1
performance: konradin kunze, simon zigah, katharina pfänder (violine), lisa stepf (violoncello), kathrina hülsmann (viola)
regie: sophia stepf
komposition: matthias schubert
kostüm: tatjana kautsch
assistenz: annekatrin utke
technik: gijs wisse
kompaniemanagement: helena tsiflidis

haben zwei ruander von deutschland aus per sms und e-mail einen grausamen krieg im ostkongo befehligt? sind sie verantwortlich für massaker und vergewaltigungen, die dort von einer miliz begangen wurden? versteckte sich hinter der fassade des gläubigen familienvaters ein „warlord“ in baden-württemberg? vier jahre lang wurden diese fragen in einem zermürbenden prozess vor gericht in stuttgart verhandelt. dolmetscher stritten mit den angeklagten über übersetzungsdetails, desertierte kämpfer wurden eingeflogen, anonyme opferzeug*innen wurden per livevideo befragt – ein präzedenzfall, der selbst die richter*innen an ihrer aufgabe zweifeln ließ. ist es legitim, dass sie über kriegsverbrechen im ostkongo urteilen? lässt sich die wahrheit über einen 6000 kilometer entfernten konflikt von einem deutschen gerichtssaal aus ergründen? ist den Opfern damit geholfen? „kosa la vita – kriegsverbrechen“ untersucht die grenzen der globalen rechtsprechung mit den mitteln des dokumentarischen musiktheaters. mit streichinstrumenten und gerichtsdokumenten erzeugen fünf performer*innen ein fragmentarisches echo der beweisaufnahme: den lärm der zerstörung, stotternde funksprüche, paragrafengesänge und die stille der opfer.

eine produktion von flinn works und quartett plus1 / das ist erst der anfang e.v. in koproduktion mit sophiensæle berlin und theater bremen. gefördert durch die senatsverwaltung für kultur und europa des landes berlin, die stiftung niedersachsen, das niedersächsische ministerium für wissenschaft und kultur, die niedersächsische sparkassenstiftung, die sparkasse goslar peine hildesheim, das hessische ministerium für wissenschaft und kunst, das kulturamt der stadt kassel, die bürgerstiftung hildesheim, die friedrich weinhagen stiftung und die gerhard-fieseler-stiftung. das projekt wurde ermöglicht durch flausen-young artists in residence ein stipendien-modellprojekt von theater wrede+

Werbeanzeigen